A71 - Faunistische Untersuchungen zum LBP - Teil Gewässerökologie -
Abschnitt Suhl bis Zella-Mehlis (Nord) - VKE 5316/17
Dipl.-Biol. Hans-Georg Widmann, Zella-Mehlis


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Still ruht der See

Keine Schadstoff-Einleitungen werden das empfindliche Gewässerökosystem stören. Die hochgradig gefährdete Limnofauna ist dauerhaft gesichert.

Zusammenfassung

Im Rahmen des Neubaus der BAB A71, VKE 5316/17 wurden folgende Gewässer untersucht : Albrechtsgraben nördlich der Ortschaft Albrechts, Dörrenbach bei Suhl-Struth, Mühlwasser östlich des Industriegebietes Zella-Mehlis, Lubenbach sowie die Seitenbäche des Lubenbachs. Es wurden die wirbellose Fauna, welche die Gewässersohle besiedelt (Makrozoobenthon) und einige elektrisch meßbare physikalisch-chemische Parameter erfaßt. Das Makrozoobenthon wurde in Anlehnung an die Arbeitsanleitung zur biologisch-ökologischen Gewässeruntersuchung (LFU Ba-Wü 1992) bearbeitet. Es wurde der Saprobienindex nach DIN 38410 ermittelt. Die Fließgewässer wurden mit einem Elektrofischgerät beprobt. Die durch Elektrotaxis angelockten und gefangenen Tiere wurden jeweils dem Gewässer zur Artbestimmung und zur Abschätzung des Lebensalters entnommen und anschließend wieder freigelassen. Des weiteren wurden die Stillgewässer stichprobenartig in gleicher Weise untersucht.

Der Lubenbach ist ein außerordentlich wertvolles Fließgewässer mit einem hohen Anteil an gefährdeten bzw. von Aussterben bedrohten Arten. Diese Arten besitzen eine sehr enge ökologische Amplitude, sind stenosaprob und sehr stark von der Gewässerdynamik und -struktur abhängig, so daß selbst bei einer unwesentlichen Störung des Gewässers (z.B. Einleitung von Tunnelwasser anderer chemischer Zusammensetzung) mit dem Verschwinden der Art mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu rechnen ist. Die Tiere sind in überwiegenden Maße auf Quellbäche und montane Flußoberläufe in Mitteleuropa beschränkt und kommen nur reliktär in wenigen anderen Mittelgebirgen vor.

Spitzelbach sowie der Bach im Schneidersgrund trocknen im Laufe warmer, niederschlagsarmer Sommer aus. Nur in Pfützen und im Kieslückensystem unter der Stromsohle oder am Oberlauf kann sich die Fauna halten. Die vollkommen naturbelassenen Oberläufe sind als besonders wertvoll und empfindlich einzustufen.

Das Mühlwasser und seine Teiche sind hochempfindliche Biotope. Der Bereich wird jedoch nur im nördlichen, ohnehin stark degradierten Teil tangiert. Eine Auswirkung auf die Fließgewässercoenose ist unter den gegebenen Bedingungen nicht wahrscheinlich.

Die Gewässer der Suhler Struth werden nicht unmittelbar durch die Baumaßnahme beeinträchtigt. Eine Einleitung von Straßenabfluß sollte wenn überhaupt nur nach einer Vorklärung stattfinden.

Der Albrechtsgraben ist im Oberlauf ein Gewässer hoher Güte mit Rote-Liste-Arten, die der Kategorie 1 zuzuordenen sind, im planungsrelevanten Bereich stürzt die Qualität jedoch stark ab. Weder die vorhandene Fauna, noch die Struktur des Gewässers erweisen sich als besonders empfindlich gegenüber Verbauung und Einleitung.

Die Hasel ist ein auf große Strecken naturferner Bach, dessen Empfindlichkeit gegenüber Einleitungen als relativ gering zu bezeichnen ist.

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Die Kennzahlen des extrem sauberen Lubenbachs: Leitfähigkeit 45,8µS, 8,6°C, pH 6,9, Sauerstoffsättigung 100%:

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Viele Steinchen, wenig Tiere: Die Ausbeute des "Kicksamplings".

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Kein Anglerlatein: Junge Bachforellen im Lubenbach.

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