Pflege/Entwicklung Gehölzpflege (3/5) Feldgehölze
sauber ausgelichtet

Sauber ausgelichtet - zu sauber!

Gehölzinseln - Inselbiotope

Feldgehölze sind flächige Gehölzinseln in meist ausgeräumter Landschaft. Aufgrund ihrer relativen Größe können Sie - anders als die linearen Hecken - ein waldähnliches Innenklima aufbauen, welches sich durch eine hohe Luftfeuchte, durch geringere Temperaturschwankungen und durch geringe Einstahlung auszeichnet. Viele Tiere und Pflanzen bevorzugen ein solches Klima. Anders als bei Hecken ist in Feldgehölzen der Baumanteil höher, so dass auch diese Tiere ein Habitat finden, die sich erst in einer bestimmten Höhe wohl fühlen.

Fast alle Feldgehölze sind in Baden-Württemberg unter Naturschutz gestellt. Bei der Pflege ist es daher besonders wichtig, dass die typischen Merkmale dedes Feldgehölzes, wie die des Innenklimas, nicht wesentlich beeinträchtigt werden. Auch ist die Pflege dahingehend zu orientieren, dass der Bestand möglichst strukturreich und vor allem frei von fremdländischen oder standortfremden Arten bleibt.

Pflegeziel

Pflegeziel ist die Erhaltung und Entwicklung eines strukturreichen Gehölzlebensraums mit einem typischen mehrstufigen Aufbau mit Krautsaum, Sträuchern und Baumbestand. Es sollten immer einige Bäume im Bestand verbleiben und ein vorhandener Mantel nicht vollständig aufgerissen werden.
Straßenhecke

nicht so sauber - aber ökologisch besser

Straßenhecke

Das Ergebnis überzeugt: lockerer, strukturreicher Gehölzbestand

Bäume entfernen

Pflegemaßnahmen

Nur einzelne zu hoch gewachsene oder schnellwüchsige Bäume aus dem Randbereich des Feldgehölzes entfernen. Auf einen stufenartigen Aufbau des Mantels achten.

Sehr dichte bzw. dicht gepflanzte Feldgehölze können aufgelockert werden. Bäume entfrenen, Sträucher schonen. Vor allem floren- und standortfrende Arten ausstocken.

Weitere Hinweise

Oft wird bei Pflegeeinsätzen der Fehler gemacht, dass ein Gehölz auch dann durchforstst wird, wenn es gar nicht erforderlich ist. Nur selten wird das anfallende Schnittgut sinnvoll weiterverwendet. Es gehäckselt wieder in den Bestand geblasen. Meist sind wirklich nur die Randbereiche eines flächigen Gehölzbestands kritische Pflegezonen. Hier grenzen landwirtschaftliche Nutzflächen oder Verkehrswege an. Weder eine Beschattung, noch eine Einengung des Lichtraumprofils kann hingenommen werden.

Hierzu ist es aber nicht notwendig, den ganzen Bestand auszulichten, es reicht, wenn man sich an einer gedachten Linie der maximalen Wuchshöhe orientiert, die von der Nutzungsgrenze im 45-Grad-Winkel ansteigt. Was darüber hinausragt wird entfernt, der Rest kann im Bestand belassen werden. Bisweile ist es auch angebracht, Sträucher und Bäume in unterschiedlicher Höhe abzuschneiden oder gar mit der Wurzel komplett zu roden.

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