Pflege/Entwicklung Ausgangsituation
wärmeliebender Saum

Blütenreicher Krautsaum

Kein Gehölz ohne Krautsaum

Krautsäume sind das Verbindungsglied zwischen offenen Grasflächen einerseits und Hecken, Wäldern und anderen Gehölzbeständen andererseits. In ihnen vermischen sich lichtliebende und schattenertragende, trockenheits- und feuchteliebende Pflanzenarten. Die Windstau vor den Gehölzen führt oft zur Ausprägung eines besonderen Kleinklimas, in der Regel eines besonders feuchten in Nordexposition bzw. besonders trocken-warmen in Südexposition. Typisch für diese Saumstrukturen ist der Blütenreichtum und damit das Vorkommen blütenbesuchender Insekten: Tagfalter, Widderchen und Hautflügler (Bienen, Wespen, Hummeln).

Gefährdung und Pflegeziel

Der naturschutzfachliche Wert der Krautsäume wird oft unterschätzt. In der Regel werden daher Flächen in der LandLandwirtschaft oder auch entlang von Straßen bis unmittelbar an die Gehölzstruktur heran genutzt oder gemäht. Ausgeprägte Krautsäume können sich aus diesem Grund nur selten entwickeln.

Pflegeziel ist daher die Entwicklung und Erhaltung dieser arten- und strukturreichen Tier- und Pflanzengemeinschaft. Im feuchten Mikroklima entstehen Staudenfluren mit Mädesüß, Brennessel, Kohldistel, Engelwurz u.ä., im trockenen Kleinklima Oreganosäume mit Odermennig, Mittlerem Klee bis hin zur hochkomplexen Magerrasensukzession.

Waldrand mit Krautsaum

Krautsaum als Staudenflur entlang eines Waldrands

Waldrand ohne Krautsaum

Eine ähnliche Fläche ein paar Wochen später

nicht mähen!

Pflegemaßnahmen

Feuchte, nährstoffreiche und starkwüchsige Bestände nicht mehr mähen. Staudenfluren sind sehr stabile Pflanzengesellschaft. Gehölzinvasion beobachten ggf. Jungwuchs entfernen.

nicht mähen!nicht mähen!

Trockene, mäßig wüchsige Bestände alle 2-3 Jahre mulchen, evtl. Mähgut entfernen.

Sehr trockene, magere Bestände nicht mehr mähen, höchstens alle 5 Jahre, dann aber in jedem Fall Mähgut entfernen

Weitere Hinweise

Sollte eine Mahd durchgeführt werden, sind entsprechend starke Mähgeräte zu verwenden. In der Regel können nur Mulchbalken angewandt werden. Diese sind allerdings durch ihre Sogwirkung für nicht flugfähige Insekten nicht unproblematisch. Es hat sich jedoch gezeigt, dass Mulchen im langjährigen Rhythmus im Sinne der Erhaltung und Stabilisierung der Artenvielfalt und der Populationsstärke besser ist, als eine regelmäßig Mahd.

Die zweite Problematik ist das Einwandern von Gehölzen. Dies kann bisweilen sowohl aus naturschutzfachlichen, wie auch aus pflegetechnischen Gesichtspunkten nicht wünschenswert sein. Evtl. muss mit einer jährlichen Mahd der Gehölzinvasion entgegengewirkt werden.

Die Pflegemaßnahme ist personalexteniv und lässt sich nahezu überall entlang von Gehölzen anwenden. Die Aufwertung der Gehölzstruktur durch einen Krautsaum ist als naturschutzfachlich wesentlich zu bezeichnen.

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